PinscherEinzug

Wie wir auf den Pinscher gekommen sind.

Ich hatte seit meiner Kindheit immer das große Glück, dass ich ständig von Hunden umgeben war. Wir hatten viele verschieden Rassen sowie Mischlinge und meistens mehr als einen Hund im Haus. Damals kannten die meisten Leute kein Impfen oder spezielle Hundenahrung und dergleichen, oder legten zumindest keinen Wert darauf. Der Hund bekam die Essenreste vom Tisch und gut. Tierarzt kannten meine Eltern auch nicht und so wurden die Hunde in den 60ern auch nicht so alt wie heute.

Irgendwann zog dann der erste Boxer bei uns ein und von da an schlug mein Herz nur noch für diese Rasse. Ich liebte diese Clowns auf 4 Pfoten, die alles dafür tun ihren Menschen zu gefallen. Leider ist diese Rasse auch sehr anfällig für Krebs Krankheiten. Ich hatte das Pech das meine Boxer alle genau an diesem Krebs erkrankten und viel zu bald daran getorben sind. Als mich meine letzte Boxer Hündin verließ, da war ich sehr traurig und wollte nie mehr einen Hund, denn so etwas liebevolles und zartes wie meine schöne "SINA" würde wohl nie mehr geboren werden.

Schließlich aber, lernte ich meine Frau kennen und als ich sie das erste mal besuchte, da stand in der Türe eine wunderschöne Boxerhündin und schaute mich mit großen Augen an. Es war die Boxer Hündin meiner jetzigen Frau und ich hatte in diesem Moment meine verstorbene "SINA" vor Augen. Zu meinem Glück schaffte ich es das Herz von diesen zwei wunderschönen Frauen zu erobern und ihre Boxer Dame "CORA" liebte mich von diesen Zeitpunkt mindestens genauso, wie ich meine Frau liebte.

"CORA" war allerdings ein Rabauke und nicht zu vergleichen mit meiner zarten "SINA". Beim spielen und raufen mit ihr, bekam ich öfter mal blaue Flecken und Kratzer. Auch durfte mich niemand mehr anfassen oder ohne Vorwarnung die Hand reichen. "CORA" stellte jeden der mir zu nahe kam sofort und stand immer tapfer an unserer Seite. Meine Frau und ich standen rund um die Uhr unter ihren persönlichen Schutz.

Die Jahre vergingen erneut und "CORA" wurde älter und leider auch krank. Der "Boxer-Krebs" machte auch vor ihr nicht halt. Und so machte auch die liebe Boxer Dame ihre Reise über die Regenbogenbrücke.

Für uns zwei brach eine Welt zusammen und Traurigkeit machte sich breit. Eines stand für mich jedenfalls fest, noch einmal werde ich mich nicht mehr in einen Hund verlieben, um letztendlich wieder am Schmerz seines Todes leiden zu müssen.

Einige Jahre später saßen wie in einem Café und beobachteten die Leute. Wir machten unsere Späße und hatten gute Laune. Bis ich ein junges Pärchen erblickte das mit Kinderwagen und einem winzigen Hund auf den Arm auf uns zu kam. Als sie an uns vorbei liefen, da sah mich der kleine Zwerg an und strmpelte heftigst. Er wollte sich unbedingt aus den Armen die ihn fest hielten befreien und zu mir kommen. Ich stand auf und fragte den jungen Mann ob ich seinen Hund wohl mal halten könnte. Gesagt getan und ich übernahm das strampelnde Bündel Hund. Ungefähr so groß wie ein Zwerg Kaninchen und so schön wie ein Rehlein. Ich war begeistert von diesem Elfengleichen zerbrechlichen Wesen.

Wir unterhielten uns noch eine Weile über sein Hündchen, welches den fürchterlichen Namen "KILLER" inne hatte. Dann gab ich dem Paar meine Adresse und erklärte ihnen, gerne mal auf ihren Zwerg aufzupassen, falls sie einmal ausgehen möchten.

Die Wochen vergingen und ich vergass das Hündchen, bis eines Tages völlig überraschend mein Smartphone klingelte und sich das Frauchen von "Killer" meldete. Sie fragte mich, ob ich einen Pflegeplatz für "Killer" wüsste. Ihre Zwillimge hätten urplötzlich eine Allergie gegen das kleine Hündchen bekommen. Ich habe natürlich sofort gehandelt und zwei Stunden später den Hund bei Ihrer Mutter abgeholt. Und so besetzte "Killer" einen festen Platz in meinem Herzen.

Natürlich bekam "Killer" bei uns einen anderen Namen. Er wurde kurzerhand in "BANDIDO" umgetauft. Dieser Name, so stellte sich später heraus, passt hervorragend für unseren kleinen ZWERGPINSCHER"! Und so zog wiederum erneut das Glück bei mir ein und auch meine Frau liebt den kleinen "Macho BANDIDO" über alles.

Wir bekamen den kleinen mit dem Hinweis auf ständige Unreinheit in die Hand gedrückt. Dann noch sein Körbchen, sein Spielzeug und etwas Futter. Eine Leine und Halsband. Eigentlich alles was der kleine besaß kriegten wir mit. Ja selbst ein paar Rollen Kotbeutel und ein Pullover zum anziehen war dabei. Ich packte alles schnell ins Auto und verschwand so schnell ich konnte, bevor sie es sich anders überlegen konnte.

Allerdings hat unser Liebling nicht ein einziges mal in die Wohnung gemacht. Ich glaube seine alten Besitzer sind nur zu wenig mit ihm Gassi gegangen. Als ich ihn das erste mal ins Gras setzte, da zitterte er und lief wie ein Storch, denn er kannte Gras ganz einfach nicht. Auch hatte er Angst vor lauten Stimmen und schnellen Bewegungen. Von was so etwas kommt, brauche ich jetzt wohl nicht zu erklären.

Aber die Monate vergingen und alles wurde prima mit uns. Aus dem kleinen 2,6 Kg Bündel Hund, ist ein kleiner selbstbewusster Pinscher geworden. BANDIDO wiegt jetzt 3,6 Kg, ist etwas über 2 Jahre jung und ich bin 57 Jahre alt. Bei einer Pinscher Lebenserwartung von durchschnittlich 15 Jahren wird mich mein kleiner Liebling wohl überleben , oder kurz vor mir über die große Regenbogenbrücke rennen. Wir werden beide ziemlich gleichzeitig alt und gebrechlich und werden unserem jungen Frauchen noch viel  Arbeit machen.

So, jetzt kenn ihr auch diese Geschichte von einem ZWERG der auszog den Menschen glücklich zu machen.